Vorweg: Das ist ein Beispiel, keine Regel
Die folgenden Pläne sind Beispiele. Welche Wochentage, Uhrzeiten und wie viele Beiträge für deinen Betrieb passen, lässt sich nicht allgemein sagen. Das hängt davon ab, wann deine Kundschaft auf Instagram unterwegs ist, wie viel Zeit du hast und wie viel Stoff dein Alltag hergibt.
Nimm die Pläne als Gerüst. Tausche Tage, streiche Themen, ersetze sie durch eigene. Was zählt, ist die Idee dahinter: Jeder Posting-Tag hat eine feste Art von Beitrag, damit du nicht jedes Mal neu überlegen musst, was heute dran ist.
Beispiel A: drei Beiträge pro Woche
Drei Beiträge pro Woche sind für viele kleine Betriebe ein machbarer Einstieg. Als Beispiel nehmen wir eine Tischlerei. Die drei Tage sind so verteilt, dass zwischen den Beiträgen jeweils ein Tag Luft bleibt, um Fotos und Texte vorzubereiten.
Beispieltext für den Mittwoch: „Geölte Tischplatten mögen keine scharfen Reiniger. Ein feuchtes Tuch reicht, und hin und wieder frisch nachölen. Fragen dazu? Schreibt uns. #holzpflege #tischlerei“
- Montag, Arbeit zeigen: Foto eines aktuellen Werkstücks oder einer Montage, dazu zwei Sätze, was es ist und wofür.
- Mittwoch, Wissen teilen: ein Tipp, etwa zur Pflege von geölten Holzoberflächen, als Detailfoto oder als Textkachel.
- Freitag, Menschen und Einblicke: ein Teammitglied, die Werkstatt, ein Blick hinter die Kulissen.
Beispiel B: jeden Werktag ein Beitrag
Wer mehr Stoff und etwas mehr Zeit hat, kann jeden Werktag posten. Unser Beispiel ist hier ein Café, weil dort täglich etwas passiert, das sich zeigen lässt: frischer Kuchen, neue Getränke, Gäste, Lieferungen.
Beispieltext für den Freitag: „Morgen haben wir wieder ab dem Vormittag offen, und das Frühstück mit hausgemachter Marmelade wartet schon. Was darf es bei euch sein, süß oder herzhaft? ☕ #frühstück #café“
- Montag, Wochenstart: was diese Woche auf der Karte steht oder neu ist.
- Dienstag, hinter der Theke: wie der Kuchen entsteht, wer früh die Kaffeemaschine anwirft.
- Mittwoch, Wissen: etwas über Kaffee, zum Beispiel was eine Röstung von der anderen unterscheidet.
- Donnerstag, Menschen: ein Teammitglied oder ein Lieferant aus der Region, jeweils mit Einwilligung.
- Freitag, Wochenende: Hinweis auf Öffnungszeiten, ein Frühstücksangebot oder eine Frage an die Gäste.
Wie du das Beispiel auf deinen Betrieb überträgst
Das Prinzip bleibt immer gleich: Du ordnest jedem Posting-Tag eine Art von Beitrag zu. Die Arten kommen aus deinem Betrieb. Ein Friseursalon könnte am Montag ein Ergebnis zeigen, am Mittwoch einen Pflegetipp geben und am Freitag freie Termine für die nächste Woche melden. Eine Steuerberatung könnte am Montag an eine Frist erinnern, am Mittwoch einen Begriff erklären und am Freitag das Team vorstellen.
Bei Praxen, Kanzleien und Beratungen gilt das eigene Berufs- und Standesrecht: keine Fälle aus der Praxis oder Kanzlei, keine Heil- oder Erfolgsversprechen. Allgemeine Erklärungen und Einblicke ins Team sind meistens der sichere Weg.
Tipp: Schreib dir den Wochenplan einmal auf und häng ihn dorthin, wo du ihn siehst. Dann weißt du am Dienstag schon, dass du heute ein Foto für morgen brauchst.
Uhrzeiten: selbst herausfinden
In beiden Beispielen stehen bewusst keine Uhrzeiten. Die beste Uhrzeit hängt von deinem Publikum ab. Ein Café, dessen Gäste morgens auf dem Weg zur Arbeit vorbeikommen, hat andere Zeiten als ein Handwerksbetrieb, dessen Kundschaft am Abend in Ruhe über eine neue Küche nachdenkt.
Mit einem Business- oder Creator-Konto zeigt dir Instagram in den Statistiken, wann deine Follower aktiv sind. Die Bezeichnungen im Menü ändern sich immer wieder, meist findest du die Zahlen unter Insights oder Statistiken. Wähle zum Start eine Uhrzeit, bleib einige Wochen dabei und vergleiche dann mit einer anderen.
Die Woche vorbereiten statt täglich improvisieren
Ein Wochenplan hilft erst richtig, wenn du die Beiträge vorab vorbereitest. Nimm dir einmal pro Woche Zeit, sammle Fotos, schreib die Texte und plane sie ein. Instagram bietet für professionelle Konten die Möglichkeit, Beiträge im Voraus zu planen; wo die Funktion genau sitzt, ändert sich gelegentlich. Alternativ gibt es externe Werkzeuge dafür.
Hilfreich ist eine kurze Checkliste für den Vorbereitungstermin: Sind für jeden Posting-Tag ein Thema, ein Bild und ein Text da? Passt die Mischung aus Arbeit, Wissen und Menschen? Gibt es in der kommenden Woche einen Anlass, etwa einen Feiertag oder geänderte Öffnungszeiten, der einen geplanten Beitrag ersetzen sollte? Und haben alle Personen auf den Fotos zugestimmt?
Nach einem Monat lohnt sich ein ehrlicher Blick zurück. Welche Tage haben gut funktioniert, bei welchen hast du dich schwergetan? Vielleicht merkst du, dass dir Wissensbeiträge leicht fallen, Teamfotos aber schwer. Dann tauschst du einfach die Verteilung, statt dich weiter zu quälen.
Und wenn eine Woche einmal nicht klappt: Dann erscheinen eben zwei statt fünf Beiträge. Ein Plan ist eine Hilfe, keine Pflicht. Viel wichtiger ist, dass du nach einer ruhigen Woche wieder einsteigst.
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