Wozu ein Redaktionsplan gut ist
Ein Redaktionsplan ist nichts anderes als eine Liste: Was erscheint wann auf welchem Kanal, und wer kümmert sich darum. Für einen kleinen Betrieb reicht dafür eine Tabelle, ein Papierkalender an der Wand oder eine Notiz-App. Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern dass du Entscheidungen einmal triffst und nicht jeden Tag neu.
Ohne Plan passiert meistens das Gleiche: In einer ruhigen Woche entstehen drei Beiträge, dann kommt viel Arbeit dazwischen und das Profil schläft wochenlang. Mit Plan siehst du schon am Montag, was diese Woche ansteht, und kannst Fotos genau dann machen, wenn die Gelegenheit da ist. Die Tischlerei fotografiert die fertige Küche beim Einbau, nicht erst Wochen später aus der Erinnerung.
Ein zweiter Vorteil: Du siehst auf einen Blick, ob deine Themen ausgewogen sind. Wenn fünf Beiträge hintereinander Angebote sind, fällt das in der Tabelle auf, bevor es deinen Followern auffällt.
Die Spalten, die du wirklich brauchst
Viele Vorlagen im Netz haben zwanzig Spalten. Das schreckt ab und wird nach kurzer Zeit nicht mehr gepflegt. Fang mit wenigen Spalten an und ergänze nur, wenn dir im Alltag wirklich etwas fehlt.
Unterschätzt wird oft die Spalte für den Status. Sie zeigt dir sofort, wo es hängt: Fehlt noch ein Foto, ist der Text noch nicht fertig, oder liegt alles bereit? Wenn mehrere Leute mitarbeiten, kommt eine Spalte für die zuständige Person dazu. Eine Grundausstattung könnte so aussehen:
- Datum und Uhrzeit: wann der Beitrag erscheinen soll.
- Kanal: zum Beispiel Instagram, LinkedIn oder beides.
- Thema: ein Satz, worum es geht.
- Bild: welches Foto oder welche Grafik, und ob es schon vorhanden ist.
- Text: Stichworte oder der fertige Beitragstext.
- Status: Idee, in Arbeit, fertig, veröffentlicht.
Themen sammeln: Säulen statt Einzelideen
Bevor du Termine füllst, lohnt sich ein Blick auf die großen Themenblöcke deines Betriebs. Oft nennt man sie Themensäulen. Für die meisten kleinen Betriebe passen drei bis fünf davon, zum Beispiel: Arbeit und Ergebnisse zeigen, Menschen im Betrieb vorstellen, Wissen und Tipps weitergeben, Angebote und Termine, Einblicke hinter die Kulissen.
Ein Friseursalon könnte so planen: Vorher-nachher-Bilder (mit Einwilligung der Kundin), Pflegetipps für zu Hause, das Team, neue Produkte im Regal, freie Termine. Eine Steuerberatung setzt eher auf Fristen, verständlich erklärte Änderungen und das Team. Wichtig bei Kanzleien, Praxen und Beratungen: Es gilt das eigene Berufs- und Standesrecht, also keine Mandanten- oder Patientenfälle und keine Erfolgs- oder Heilversprechen.
Sammle Ideen laufend an einem Ort, zum Beispiel in einem eigenen Tabellenblatt „Ideenspeicher“. Fragen von Kundinnen und Kunden sind die beste Quelle: Was dich jemand am Telefon fragt, interessiert wahrscheinlich auch andere.
Wie weit im Voraus planen?
Es gibt keinen richtigen Zeitraum für alle. Bewährt hat sich für viele kleine Betriebe eine Mischung: grob für einen Monat im Voraus, also welche Themen und Anlässe kommen, und genau für die nächste Woche, also mit fertigen Texten und Bildern.
Trag zuerst die festen Termine ein: Feiertage, Betriebsurlaub, saisonale Anlässe, Messen, einen Tag der offenen Tür, Aktionen. Ein Blumengeschäft weiß lange vorher, wann Muttertag ist; ein Elektriker weiß, dass im Herbst Fragen zu Beleuchtung und Weihnachtsdeko kommen. Danach füllst du die Lücken mit deinen Themensäulen.
Lass bewusst Platz frei. Spontane Beiträge, etwa ein besonders gelungenes Werkstück oder ein Schnappschuss vom Betriebsausflug, wirken oft lebendiger als alles Geplante. Ein Plan, der jeden Tag starr vorgibt, lässt dafür keinen Raum.
Wie oft posten? Ehrlich: Das hängt ab
Eine allgemeingültige ideale Frequenz gibt es nicht. Wichtiger als die Menge ist, dass du den Rhythmus über Monate halten kannst. Lieber zwei Beiträge pro Woche, die zuverlässig kommen, als fünf in der ersten Woche und dann Funkstille.
Finde deinen Rhythmus mit einem Test: Plane für einige Wochen eine feste Anzahl an Beiträgen, die dir machbar erscheint, und schau dir danach in den Statistiken der Instagram-App oder in den LinkedIn-Analysen an, wie Reichweite und Reaktionen aussehen. Dann erhöhst du oder bleibst dabei. Genauso gehst du bei den Uhrzeiten vor: ausprobieren, vergleichen, anpassen.
Den Plan pflegen, damit er nicht einschläft
Der beste Redaktionsplan nützt nichts, wenn niemand hineinschaut. Leg dir einen festen Termin in der Woche fest, an dem du den Plan für die kommenden Tage durchgehst, fehlende Fotos notierst und Texte fertig machst. Wann das ist, ist egal, Hauptsache es passiert regelmäßig.
Schau außerdem einmal im Monat zurück: Welche Beiträge haben Reaktionen bekommen, welche nicht? Notiere das in einer eigenen Spalte. Nach ein paar Monaten erkennst du Muster, die für deinen Betrieb gelten, und die sind wertvoller als jede allgemeine Empfehlung aus dem Netz.
Ein Beispiel aus einer Bäckerei: Im Plan steht für Mittwoch „Blick in die Backstube“, Bild „Foto vom Teigkneten, noch machen“, Status „Idee“. Am Dienstag fällt beim Durchsehen auf, dass das Foto fehlt, also wird es am Mittwoch früh schnell nachgeholt. Genau solche kleinen Lücken fängt ein gepflegter Plan auf, bevor sie zu einer leeren Woche werden.
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