Warum dir der Stoff nicht ausgeht
Viele Betriebe glauben, sie hätten nichts Interessantes zu zeigen. Dabei ist genau das, was für dich Routine ist, für Außenstehende oft spannend: wie ein Brot entsteht, wie eine Wand gedämmt wird, was in einer Physiopraxis vor der ersten Behandlung passiert. Menschen kaufen gern bei Betrieben, die sie ein bisschen kennen.
Die folgenden Ideen sind nach Art sortiert. Nimm dir nicht alle auf einmal vor, sondern such dir drei oder vier Arten aus, die zu dir passen, und wechsle zwischen ihnen ab. So bleibt dein Profil abwechslungsreich, ohne dass du jede Woche neu erfinden musst, was du zeigst.
Arbeit zeigen: Ergebnisse und Entstehung
Deine Arbeit ist dein stärkstes Motiv. Sie zeigt, was Kundinnen und Kunden bei dir bekommen, und das überzeugt mehr als jede Beschreibung. Bei allem, wo Menschen oder deren Zuhause zu sehen sind, gilt: vorher fragen. Personen auf Fotos brauchen eine Einwilligung, und auch bei einer fotografierten Wohnung ist es fair, die Erlaubnis einzuholen.
Beispieltext für eine Tischlerei: „Vor ein paar Wochen noch ein Stapel Eichenbretter, heute ein Esstisch für eine große Familie. Wir lieben diesen Moment beim Aufstellen. #tischlerei #massivholz“
- Vorher und nachher: das renovierte Bad, der neue Haarschnitt, der aufgeräumte Garten.
- Ein Werkstück in Etappen: vom Rohholz bis zum fertigen Tisch, verteilt auf mehrere Beiträge.
- Das Werkzeug der Woche: ein Gerät, das Kundinnen und Kunden nie sehen, kurz erklärt.
- Die Zutat im Mittelpunkt: das Café zeigt die Bohnen, die Bäckerei den Sauerteig.
- Ein Blick auf die Baustelle: was heute erledigt wurde, ohne die Adresse zu verraten.
Menschen zeigen: Team und Alltag
Beiträge mit Menschen machen deinen Betrieb greifbar. Frag aber vorher, wer gezeigt werden möchte, und hol die Einwilligung ein, am besten schriftlich. Nicht jeder will auf Instagram erscheinen, und das ist in Ordnung. Dann zeigst du eben Hände bei der Arbeit statt Gesichter.
- Wer ist wer: ein Teammitglied pro Beitrag, mit Foto und zwei Sätzen, was die Person macht.
- Der Start in den Tag: wer kommt zuerst, was ist das erste Ritual am Morgen.
- Nachwuchs: was Lehrlinge oder Auszubildende gerade lernen.
- Jubiläen im Team: viele Jahre im Betrieb, eine bestandene Prüfung, ein neuer Kollege.
- Die Lieblingsaufgabe: jede Person erzählt, was sie an ihrer Arbeit am meisten mag.
Wissen teilen: Tipps und Antworten
Wissensbeiträge zeigen, dass du dein Fach beherrschst, ohne dass du dich selbst loben musst. Die beste Quelle sind Fragen, die dir immer wieder gestellt werden. Schreib sie auf, wenn sie kommen, und mach aus jeder Frage einen Beitrag.
Bei Praxen, Kanzleien, Apotheken und Beratungen gilt das jeweilige Berufs- und Standesrecht. Das heißt: keine Heilversprechen, keine Erfolgsversprechen, keine Fälle von Patientinnen, Patienten oder Mandanten. Allgemeine Tipps sind meist unproblematisch, im Zweifel fragst du bei deiner Kammer nach.
- Friseursalon: Woran erkennt man, dass die Spitzen wieder geschnitten werden sollten?
- Elektriker: Woran erkennt man, dass eine alte Steckdose getauscht werden sollte?
- Blumengeschäft: Wie halten Schnittblumen in der Vase länger?
- Steuerberatung: Welche Unterlagen sollte man zum ersten Termin mitbringen?
- Physiopraxis: eine einfache Bewegungsidee für den Schreibtischalltag, allgemein beschrieben.
Hinter die Kulissen und Anlässe
Anlässe musst du nicht erfinden, sie kommen von selbst. Trag sie dir in einen Kalender ein, dann hast du sie rechtzeitig auf dem Schirm und kannst Fotos vorbereiten. Auch kleine Einblicke, die dir banal vorkommen, sind für Außenstehende oft interessant.
- Lieferung angekommen: neue Ware, neues Material, eine neue Maschine.
- Saisonales: was sich im Frühling, Sommer, Herbst und Winter bei dir ändert.
- Ein ehrlicher Fehler: was schiefging und was ihr daraus gelernt habt.
- Nach Feierabend: die aufgeräumte Werkstatt oder Küche, bereit für morgen.
- Betriebsgeschichte: ein altes Foto aus der Gründungszeit.
- Hinweise: geänderte Öffnungszeiten, Betriebsurlaub, freie Termine.
Aus einer Idee mehrere Beiträge machen
Ein gutes Thema reicht oft für mehrere Beiträge. Nimm als Beispiel ein Café mit einer neuen Herbstkarte: Ein Beitrag zeigt das Getränk, ein zweiter die Person, die das Rezept entwickelt hat, ein dritter erklärt, woher die Zutaten kommen. Auf LinkedIn kannst du dasselbe Thema aus Unternehmersicht erzählen, etwa warum ihr die Karte saisonal wechselt.
Beispieltext für das Café: „Unsere Herbstkarte ist da. Ganz vorne dabei: ein Kürbis-Chai, an dem unsere Kollegin lange getüftelt hat. Kommt vorbei und sagt uns, wie er euch schmeckt ☕ #herbst #kaffee“
Führe eine einfache Ideenliste am Handy. Immer wenn dir im Arbeitsalltag etwas auffällt, schreibst du es in einem Satz auf. So hast du einen Vorrat, wenn es einmal nicht sprudelt.
Und hab keine Angst vor Wiederholungen. Eine Art von Beitrag, die gut ankommt, darf regelmäßig vorkommen, etwa jeden Monat eine neue Vorher-nachher-Aufnahme oder jede Woche ein kurzer Tipp. Das gibt deinem Profil eine Struktur, an der sich Follower orientieren können, und dir selbst eine Richtung beim Planen.
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