Der erste Satz ist der wichtigste
Instagram zeigt unter dem Bild nur den Anfang deines Textes, der Rest verschwindet hinter einem „mehr“. Wie viel sichtbar bleibt, hängt vom Gerät und von der Ansicht ab. Sicher ist nur: Der erste Satz muss neugierig machen, sonst wird der Rest nicht gelesen.
Viele Betriebe verschenken diesen Platz mit Sätzen wie „Heute möchten wir euch etwas zeigen“ oder „Neuer Beitrag!“. Besser ist ein Einstieg, der direkt etwas Interessantes sagt, eine Frage stellt oder eine kleine Überraschung enthält. Ein paar Beispiele:
- Bäckerei: „Unser Sauerteig ist älter als unser jüngster Lehrling.“
- Friseursalon: „Die häufigste Frage diese Woche: Wie oft sollte man eigentlich die Spitzen schneiden lassen?“
- Blumengeschäft: „Diese Pflanze verzeiht dir, wenn du im Urlaub das Gießen vergisst.“
- Physiopraxis: „Sitzen ist nicht das Problem. Stundenlang gleich sitzen schon.“
Ein einfacher Aufbau, der fast immer funktioniert
Du musst nicht jedes Mal neu überlegen, wie ein Text aussehen soll. Ein einfacher Dreischritt trägt die meisten Beiträge:
Der Abschluss muss nicht immer verkaufen. Eine echte Frage, auf die man gern antwortet, bringt oft mehr als „Jetzt Termin buchen“. Wenn du etwas verkaufen willst, sag es aber ruhig klar und einfach.
Ein häufiger Fehler ist, im Text nur zu wiederholen, was man ohnehin auf dem Bild sieht. „Hier seht ihr unsere neue Küche“ unter dem Foto einer Küche bringt nichts Neues. Erzähl lieber, was man nicht sieht: die besondere Herausforderung beim Einbau, den Wunsch der Kunden, der die Planung verändert hat, oder das Detail, auf das du besonders stolz bist. So bekommt das Bild eine Geschichte, und die Leser erfahren etwas über deine Arbeitsweise.
- Einstieg: ein Satz, der neugierig macht und zum Bild passt.
- Inhalt: zwei bis vier Sätze mit dem, was du erzählen willst, also Hintergrund, Tipp oder kleine Geschichte.
- Abschluss: eine Einladung, etwa eine Frage an die Leser, ein Hinweis auf Öffnungszeiten oder die Bitte, sich zu melden.
Wie lang darf ein Instagram-Text sein?
Eine allgemeingültige ideale Länge gibt es nicht. Instagram erlaubt ziemlich lange Texte; die genaue Grenze steht in der Hilfe von Instagram. Entscheidend ist, ob der Text sein Thema trägt. Ein Foto vom neuen Tagesgericht braucht zwei Sätze. Eine Erklärung, warum du auf ein bestimmtes Material setzt, darf länger sein.
Finde es für dich heraus: Poste einige Wochen lang abwechselnd kurze und längere Texte und schau in den Statistiken der Instagram-App, welche mehr Reaktionen, Speicherungen und Profilbesuche bringen. Das sagt mehr über dein Publikum als jede Faustregel aus dem Internet.
Der richtige Ton für deinen Betrieb
Schreib so, wie du mit Kunden sprichst. Ein Café darf locker und herzlich klingen, eine Steuerberatung eher ruhig und klar. Wichtig ist, dass der Ton zu dir passt und über viele Beiträge gleich bleibt, damit man dich wiedererkennt.
Entscheide dich auch bei der Anrede. Viele Betriebe duzen auf Instagram, manche siezen bewusst. Beides ist in Ordnung, wenn du es durchziehst, statt von Beitrag zu Beitrag zu wechseln.
Vermeide leere Werbewörter. „Top Qualität zu fairen Preisen“ schreibt jeder. Ein konkretes Detail wirkt stärker, etwa: „Unser Mehl kommt aus einer Mühle hier in der Region.“ Für Praxen, Kanzleien, Apotheken sowie Finanz- und Versicherungsberater gilt zusätzlich das eigene Berufsrecht: keine Heilversprechen, keine Erfolgsversprechen und keine Fälle von Patienten oder Mandanten.
Absätze, Emojis und Hashtags
Neben dem Inhalt entscheidet auch die Form, ob ein Text gern gelesen wird:
- Absätze: Kurze Absätze lesen sich am Handy viel leichter als ein langer Textblock.
- Emojis: Sparsam eingesetzt lockern sie auf, zu viele wirken unruhig und lenken vom Inhalt ab.
- Hashtags: Wenige passende Begriffe helfen beim Einordnen. Instagram begrenzt die Anzahl, die aktuelle Grenze steht in der Hilfe. Wie viele für dich gut funktionieren, findest du nur durch Ausprobieren heraus.
- Kennzeichnung: Wenn du für andere wirbst oder etwas geschenkt bekommen hast, muss das klar erkennbar sein. Im Zweifel frag bei deiner Kammer nach.
Ein Beispiel: vorher und nachher
Ein Blumengeschäft postet ein Foto von einem Strauß mit Herbstblumen. Der erste Entwurf lautet: „Neue Sträuße im Laden! Kommt vorbei! #Blumen #Herbst #Deko“
Das ist nicht falsch, aber austauschbar. So könnte eine überarbeitete Fassung aussehen:
„Herbst in der Vase, ganz ohne Kürbis. 🍂 Dahlien, Hagebutten und Gräser, alles aus der Saison. Unser Tipp, damit der Strauß länger hält: Stiele alle zwei Tage frisch anschneiden und das Wasser wechseln. Welche Herbstblume magst du am liebsten? #Floristik #Herbststrauß“
Der neue Text hat einen Einstieg, der schmunzeln lässt, einen echten Nutzen für die Leser und eine Frage am Ende. Die Hashtags sind nicht mehr allgemein, sondern passen genau zum Bild.
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