Was auf LinkedIn anders ist als auf Instagram
Auf Instagram steht das Bild im Mittelpunkt, auf LinkedIn eher der Gedanke dahinter. Dort sind Menschen mit beruflichem Blick unterwegs: Geschäftspartner, Firmenkunden, mögliche Mitarbeitende, Kollegen aus der Branche. Sie wollen verstehen, wie du arbeitest, was du weißt und wie du Entscheidungen triffst.
Das heißt nicht, dass du hochtrabende Texte über Führung oder die Zukunft der Arbeit schreiben musst. Die besten Themen kleiner Betriebe sind oft sehr bodenständig: eine Frage, die ein Kunde gestellt hat, ein Fehler, aus dem du gelernt hast, eine Entscheidung, die du im Betrieb getroffen hast.
Sechs Themenfelder, die fast immer passen
Wenn dir nichts einfällt, geh diese Liste durch. Aus jedem Feld lassen sich über die Zeit viele Beiträge machen:
- Fachwissen einfach erklärt: Was Laien über dein Fach wissen sollten, etwa warum eine Steuerberaterin Belege lieber laufend als einmal im Jahr bekommt.
- Häufige Kundenfragen: Jede Frage, die du schon dreimal beantwortet hast, ist ein Beitrag.
- Blick hinter die Kulissen: Wie ein Auftrag abläuft, was an einem normalen Tag passiert, welches Werkzeug du nicht mehr hergeben würdest.
- Entscheidungen und ihre Gründe: Warum du keine Billigmaterialien verbaust, warum du Öffnungszeiten geändert hast, warum du ausbildest.
- Menschen im Betrieb: Lehrlinge bzw. Azubis, langjährige Mitarbeitende, neue Kolleginnen, natürlich nur mit deren Einwilligung.
- Beobachtungen aus der Branche: Was sich bei Materialien, Vorschriften oder Kundenwünschen verändert und was das für deine Kunden bedeutet.
So findest du im Alltag Themen
Die meisten Unternehmer haben kein Themenproblem, sondern ein Erinnerungsproblem. Die guten Gedanken kommen im Auto, auf der Baustelle oder beim Kundengespräch und sind abends wieder weg. Lege dir deshalb eine einfache Sammelstelle an: eine Notiz im Handy, ein Heft in der Werkstatt, eine Sprachnachricht an dich selbst.
Schreib nur das Stichwort auf, nicht den fertigen Text. „Kundin fragt, ob man Fliesen auf Fliesen legen kann“ reicht. Wenn du dich hinsetzt, um einen Beitrag zu schreiben, wählst du aus der Liste und fängst nicht bei null an.
Auch deine Website ist eine Themenquelle. Jede Leistung, jede Seite über den Betrieb, jede Referenz lässt sich in einen Beitrag übersetzen, der eine Frage beantwortet oder eine Geschichte erzählt.
Eine weitere gute Quelle sind Gespräche mit deinem Team. Frag in der nächsten Besprechung, welche Kundenfragen gerade oft kommen oder was in der letzten Woche besonders gut oder schlecht gelaufen ist. Mitarbeitende sehen oft Dinge, die dir als Chef gar nicht mehr auffallen, weil sie für dich selbstverständlich geworden sind. Genau diese Selbstverständlichkeiten sind für Außenstehende häufig am interessantesten.
Ein Beispiel: vom Stichwort zum Beitrag
Ein Elektriker hat sich notiert: „Schon wieder ein Kunde, der die Wallbox online bestellt hat und dann merkt, dass die Elektrik im Haus nicht passt.“ Daraus wird ein kurzer LinkedIn-Beitrag:
„Letzte Woche stand ich wieder vor einer Wallbox, die schon gekauft war, bevor jemand die Elektrik im Haus angesehen hat. Das Gerät war gut. Der Zählerkasten hätte es so nicht getragen. Mein Rat, bevor ihr eine Ladestation bestellt: Lasst zuerst prüfen, was eure Anlage hergibt. Das geht meist schnell und erspart im schlimmsten Fall einen teuren Umbau. Welche Frage zur Ladestation hört ihr am häufigsten? #Elektrotechnik #Emobilität“
Der Beitrag hat einen konkreten Anlass, einen klaren Rat und eine Frage am Ende. Er verkauft nichts direkt, zeigt aber, dass hier jemand mitdenkt. Genau das bleibt bei Kunden und Geschäftspartnern hängen.
Was eher nicht funktioniert
Manche Beiträge kosten Zeit und bringen trotzdem wenig. Typische Beispiele:
Wenn du in einem Beruf mit eigenem Standesrecht arbeitest, etwa in einer Praxis, Kanzlei, Apotheke oder als Finanz- oder Versicherungsberater, gelten zusätzliche Grenzen: keine Heilversprechen, keine Erfolgsversprechen und keine Fälle von Patienten oder Mandanten. Allgemeines Fachwissen ist dagegen meist ein sehr gutes Thema.
- Reine Werbung: „Jetzt Termin sichern“ ohne Inhalt wird schnell überscrollt.
- Geteilte Links ohne eigenen Satz: Ein fremder Artikel braucht deine Einordnung, sonst fehlt der Grund, ihn bei dir zu lesen.
- Motivationssprüche von der Stange: Sie passen zu jedem und damit zu niemandem.
- Kundendetails: Namen, Adressen oder erkennbare Gebäude nur mit ausdrücklicher Zustimmung.
Themen über die Wochen verteilen
Damit dein Profil nicht einseitig wird, wechsle zwischen den Themenfeldern ab. Ein einfacher Rhythmus: ein Fachthema, ein Blick hinter die Kulissen, eine Kundenfrage, dann wieder von vorne. Wie oft du postest, hängt von deiner Zeit ab. Eine allgemeingültige ideale Frequenz gibt es nicht; wichtiger ist, dass du über Monate dabeibleibst.
Schau nach einigen Wochen in die Statistiken, die LinkedIn zu deinen Beiträgen anzeigt. Welche Themen wurden gelesen, kommentiert, geteilt? Davon machst du mehr, die anderen probierst du in anderer Form noch einmal.
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