Für wen sich LinkedIn lohnt
LinkedIn ist ein berufliches Netzwerk. Dort sind Menschen unterwegs, die sich für Arbeit, Branchen und Geschäftsbeziehungen interessieren: Unternehmerinnen, Einkäufer, Architekten, Hausverwaltungen, Personalverantwortliche und mögliche Mitarbeitende.
Besonders sinnvoll ist LinkedIn, wenn du mit anderen Firmen arbeitest, Fachkräfte suchst oder in deiner Region als Expertin oder Experte bekannt werden willst. Steuerberatung, Planungsbüros, IT-Dienstleister, Handwerksbetriebe mit Firmenkunden oder Immobilienmakler finden dort oft eher ihr Publikum als auf Instagram.
Verkaufst du hauptsächlich an Privatkunden, etwa als Café oder Friseursalon, kann LinkedIn trotzdem nützlich sein, zum Beispiel für die Mitarbeitersuche und dein Netzwerk in der Region.
Persönliches Profil oder Unternehmensseite?
Auf LinkedIn gibt es zwei Möglichkeiten: dein persönliches Profil und eine Unternehmensseite für den Betrieb. Um eine Unternehmensseite anzulegen, brauchst du ohnehin ein persönliches Profil.
Bei kleinen Betrieben erreicht das persönliche Profil der Inhaberin oder des Inhabers oft mehr als eine Unternehmensseite. Menschen folgen lieber Menschen, und deine Kontakte bekommen deine Beiträge eher zu sehen. Eine Unternehmensseite ist trotzdem sinnvoll: als Visitenkarte des Betriebs, für Stellenanzeigen und damit Mitarbeitende den Betrieb als Arbeitgeber angeben können.
Für den Start reicht meistens ein gut gepflegtes persönliches Profil, über das du postest, und eine schlichte Unternehmensseite mit Logo, Beschreibung und Website.
Die ersten Schritte
Bevor du den ersten Beitrag schreibst, bring dein Profil in Ordnung. Wer deinen Beitrag sieht, klickt oft als Nächstes auf dein Profil:
- Profilfoto: ein aktuelles, freundliches Foto, auf dem man dein Gesicht gut erkennt.
- Titelzeile: nicht nur „Geschäftsführer“, sondern was du machst und für wen, etwa „Tischlermeister, Küchen und Möbel nach Maß in Linz und Umgebung“.
- Info-Bereich: ein paar Sätze zu deinem Betrieb, deiner Erfahrung und dem, was Kunden bei dir bekommen.
- Berufserfahrung: deinen Betrieb als aktuelle Position eintragen und mit der Unternehmensseite verknüpfen.
- Kontakte: Vernetz dich mit Menschen, die du ohnehin kennst: Kunden, Lieferanten, Partner, frühere Kollegen, Leute aus Vereinen oder Netzwerken.
- Unternehmensseite: Logo, kurze Beschreibung, Website und Standort eintragen.
Was du posten kannst
Auf LinkedIn zählt der Gedanke hinter dem Bild mehr als das Bild selbst. Du musst dafür kein großer Autor sein. Wichtig ist vor allem der erste Satz, denn er entscheidet, ob jemand weiterliest. Starte mit einer Beobachtung, einer Frage oder einer kleinen Geschichte statt mit „Wir freuen uns“.
Gute Beiträge kleiner Unternehmen sind oft bodenständig und konkret:
- Fachwissen: eine Frage aus deinem Fach, einfach erklärt.
- Erfahrungen: was du aus einem schwierigen Auftrag gelernt hast, ohne Kundendaten preiszugeben.
- Entscheidungen: warum du etwas im Betrieb heute anders machst als früher.
- Team und Ausbildung: neue Mitarbeitende, Lehrlinge, Weiterbildungen, mit deren Einverständnis.
- Projekte: ein abgeschlossenes Projekt, wenn der Auftraggeber zustimmt.
- Branche: eine Veränderung in deinem Fach und was sie für deine Kunden bedeutet.
Ein Beispiel für deinen ersten Beitrag
Mit dem ersten Beitrag tun sich viele am schwersten. Eine einfache Möglichkeit ist, dich und deinen Betrieb kurz vorzustellen, mit einem Gedanken dazu, warum du tust, was du tust.
So könnte das bei einer kleinen Steuerberatungskanzlei aussehen: „Seit einigen Jahren begleite ich kleine Betriebe in meiner Region bei Buchhaltung und Steuern. Die häufigste Frage am Anfang ist nicht die nach Paragrafen, sondern: Was muss ich eigentlich alles aufheben? Hier beantworte ich künftig solche Fragen aus dem Alltag. Welche soll ich als Erstes aufgreifen?“
Der Beitrag ist kurz, persönlich und sagt, was Leserinnen und Leser künftig erwarten können. Die Frage am Ende lädt zum Kommentieren ein, ohne aufdringlich zu sein.
Wie oft posten?
Eine ideale Frequenz, die für alle gilt, gibt es nicht. Für den Start ist ein Beitrag pro Woche ein gutes Ziel: oft genug, damit dein Netzwerk dich wahrnimmt, und selten genug, dass du es neben dem Tagesgeschäft schaffst. Wenn das gut läuft, kannst du auf zwei oder drei Beiträge erhöhen.
Wichtiger als die Zahl ist, dass du über Monate dabeibleibst. Ein Profil, auf dem zuletzt vor einem halben Jahr etwas passiert ist, wirkt verlassen. Plane lieber wenig und halte es durch.
Beiträge sind aber nur ein Teil. Auf LinkedIn zählen auch Kommentare unter den Beiträgen anderer. Ein durchdachter Kommentar bei einem Kunden, Partner oder Branchenkollegen ist oft schneller geschrieben als ein eigener Beitrag und macht dich trotzdem sichtbar.
Typische Fehler am Anfang
Diese Fehler sieht man bei Einsteigern oft. Sie lassen sich leicht vermeiden:
- Nur Werbung: Beiträge, die nur Angebote anpreisen, werden schnell überscrollt.
- Zu viel auf einmal: in der ersten Woche täglich posten und danach gar nicht mehr.
- Kontaktanfrage mit Verkaufsnachricht: Wer jemandem gleich nach dem Vernetzen ein Angebot schickt, verspielt Vertrauen.
- Unvollständiges Profil: Ohne Foto und Titelzeile wirken auch gute Beiträge weniger glaubwürdig.
- Instagram-Texte eins zu eins kopieren: Auf LinkedIn darf der Text sachlicher und etwas ausführlicher sein, mit Emojis und Hashtags eher sparsam.
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