Vorab: Das ist keine Rechtsberatung
Ein Gewinnspiel wirkt harmlos: Bild posten, Preis ausloben, Gewinner ziehen. Rechtlich berührt es aber mehrere Bereiche gleichzeitig, etwa Wettbewerbsrecht, Glücksspielrecht, Datenschutz und Jugendschutz. Die Regeln in Österreich und Deutschland sind außerdem nicht gleich.
Dieser Artikel gibt dir eine praktische Orientierung und eine Checkliste. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Bevor du dein erstes Gewinnspiel startest, lass deine Teilnahmebedingungen prüfen. In Österreich kannst du dich als Mitglied an deine Wirtschaftskammer wenden, in Deutschland an deine IHK, oder du fragst eine Anwältin oder einen Anwalt.
Was Instagram selbst verlangt
Instagram hat eigene Richtlinien für Promotions, also auch für Gewinnspiele. Sie können sich ändern, lies deshalb vor dem Start die aktuelle Fassung im Hilfebereich von Instagram nach. Nach den bisher bekannten Vorgaben gilt unter anderem:
- Du bist verantwortlich: Du musst selbst dafür sorgen, dass dein Gewinnspiel rechtmäßig abläuft, mit offiziellen Regeln, Teilnahmevoraussetzungen und den Vorschriften, die für Preise gelten.
- Freistellung von Instagram: Die Teilnahmebedingungen sollen festhalten, dass Teilnehmer Instagram von Ansprüchen freistellen.
- Keine Verbindung zu Instagram: Du sollst klar sagen, dass das Gewinnspiel nicht von Instagram gesponsert, unterstützt oder organisiert wird und in keiner Verbindung zu Instagram steht.
- Keine falschen Markierungen: Du darfst Menschen nicht auffordern, Inhalte falsch zu markieren, etwa sich selbst auf Fotos zu markieren, auf denen sie gar nicht zu sehen sind.
Typische Mechaniken und was dabei heikel ist
Wie Menschen teilnehmen, legst du selbst fest. Einige Varianten sind einfacher als andere:
- Kommentieren: zum Beispiel eine Frage beantworten. Das ist einfach, gut nachvollziehbar und bringt oft echte Gespräche.
- Folgen als Bedingung: verbreitet, aber du lockst damit auch Menschen an, die nur am Preis interessiert sind und danach wieder gehen.
- Freunde markieren: ob das sinnvoll und in jedem Fall zulässig ist, wird unterschiedlich gesehen. Die markierten Personen haben nicht zugestimmt. Viele Betriebe verzichten deshalb darauf.
- Kauf oder Einsatz als Bedingung: Wenn die Teilnahme etwas kostet oder an einen Kauf gebunden ist, wird es rechtlich deutlich heikler. Das solltest du nie ohne Beratung machen.
- Verlosung oder Wettbewerb: Bei einer Verlosung entscheidet der Zufall, bei einem Wettbewerb eine Jury nach Kriterien, etwa das schönste Foto. Leg in den Bedingungen fest, welche Variante gilt.
Was in die Teilnahmebedingungen gehört
Teilnahmebedingungen schützen dich und die Teilnehmer, weil alle wissen, woran sie sind. Diese Punkte werden in Vorlagen und Ratgebern immer wieder genannt:
- Veranstalter: Name und Anschrift deines Betriebs, so wie im Impressum. Mehr dazu im Ratgeber Impressum auf Social Media.
- Zeitraum: Beginn und Ende mit Datum und Uhrzeit.
- Wer teilnehmen darf: Mindestalter, Wohnsitz, etwa nur in Österreich, und ob Mitarbeiter und ihre Familien ausgeschlossen sind.
- Wie man teilnimmt: genau die Handlung, die zählt, zum Beispiel ein Kommentar unter dem Beitrag.
- Der Preis: genau beschrieben, und ob er in Geld ausgezahlt oder getauscht werden kann.
- Gewinnerermittlung: wie und wann gelost wird, wie du Gewinner benachrichtigst, wie lange sie Zeit für eine Antwort haben und was passiert, wenn sich niemand meldet.
- Hinweise zu Instagram: Freistellung und der Satz, dass Instagram nichts mit dem Gewinnspiel zu tun hat.
- Datenschutz: welche Daten du erhebst, wofür, wie lange du sie speicherst und welche Rechte die Teilnehmer haben.
- Ausschluss: dass du bei Manipulation oder unechten Konten jemanden ausschließen kannst.
Wo die Bedingungen stehen
Im Beitrag selbst ist zu wenig Platz für alles. Bewährt hat sich: Im Beitrag stehen die wichtigsten Punkte kurz, also Preis, Teilnahme, Ende und Mindestalter. Die vollständigen Bedingungen stehen auf einer eigenen Seite deiner Website, und im Beitrag verweist du auf den Link im Profil. So bleiben die Bedingungen auch nach dem Gewinnspiel abrufbar.
Datenschutz: nur, was du brauchst
Auch bei einem kleinen Gewinnspiel verarbeitest du persönliche Daten, und die DSGVO gilt. Halte dich an einen einfachen Grundsatz: Sammle nur, was du für die Abwicklung wirklich brauchst. Für die Verlosung reicht meist der Profilname. Die Postadresse brauchst du nur vom Gewinner, und nur, wenn du den Preis verschickst.
Wenn du Teilnehmer später für Werbung oder einen Newsletter nutzen willst, brauchst du dafür in der Regel eine eigene, freiwillige Einwilligung. Kläre das vorher ab, statt es nebenbei in die Bedingungen zu schreiben. Nach dem Gewinnspiel löschst du die Daten, die du nicht mehr brauchst.
Den Gewinner öffentlich zu nennen, etwa in einem Beitrag, machst du am besten nur mit seiner Zustimmung. Viele Betriebe fragen bei der Benachrichtigung nach.
Jugendschutz und Preise
Jugendschutz ist in Österreich Sache der Bundesländer, die Regeln unterscheiden sich deshalb je nach Bundesland, etwa beim Alkohol. Für Preise wie Wein, Bier oder einen Gutschein für die Bar gilt deshalb: nur an Erwachsene. Viele Betriebe legen in ihren Bedingungen ein Mindestalter fest. Ob bei Minderjährigen eine Zustimmung der Eltern nötig ist, solltest du vorher klären.
Wähle außerdem einen Preis, der zu deiner Zielgruppe passt, etwa einen Gutschein für deinen Betrieb statt eines Tablets. Dann machen eher Menschen mit, die auch später zu dir kommen. Mehr dazu im Ratgeber Mehr Follower auf Instagram für Unternehmen.
Ablauf in sechs Schritten
So kann ein Gewinnspiel für einen kleinen Betrieb ablaufen, zum Beispiel für eine Konditorei in Salzburg, die einen Tortengutschein verlost:
- 1. Ziel und Preis festlegen: Was willst du erreichen, und welcher Preis passt dazu?
- 2. Bedingungen schreiben und prüfen lassen: mit der Checkliste oben, geprüft von Kammer oder Anwalt.
- 3. Beitrag veröffentlichen: ein klares Bild vom Preis, die Kurzregeln im Text, der Verweis auf die vollständigen Bedingungen.
- 4. Während des Gewinnspiels: Kommentare beantworten und auf Spam und unechte Konten achten.
- 5. Auslosen und dokumentieren: Halte fest, wie und wann gelost wurde, etwa mit einem Bildschirmfoto der Teilnahmen.
- 6. Benachrichtigen und abschließen: Gewinner über dein offizielles Konto kontaktieren, Preis übergeben, nicht mehr benötigte Daten löschen.
Vorsicht vor falschen Gewinnbenachrichtigungen
Bei Gewinnspielen tauchen immer wieder Betrüger auf. Sie legen ein Konto an, das deinem ähnlich sieht, und schreiben Teilnehmern, sie hätten gewonnen. Dann verlangen sie Bankdaten oder schicken einen Link. Schreib deshalb in den Beitrag, dass du Gewinner nur über dein offizielles Konto kontaktierst und nie nach Bankdaten oder Passwörtern fragst. Melde nachgemachte Konten bei Instagram.
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