Pipeflow

Den Instagram-Algorithmus verstehen, einfach erklärt.

Was Instagram selbst über seine Empfehlungen sagt, welche Signale zählen und was das für deinen Betrieb bedeutet.

Von Paul Hölzl und Ben Braunsperger, Gründer von Pipeflow · Zuletzt aktualisiert:

Es gibt nicht den einen Algorithmus

Viele sprechen vom Instagram-Algorithmus, als wäre er eine einzige geheime Formel. Instagram hat selbst erklärt, dass es so nicht funktioniert: Es gibt mehrere Systeme, je eines für den Feed, für Stories, für Reels und für den Bereich Entdecken. Jedes davon sortiert Inhalte nach dem, was die jeweilige Person dort wahrscheinlich sehen will.

Das klingt kompliziert, ist aber eigentlich eine gute Nachricht. Es geht nicht darum, einen Trick zu kennen, sondern darum, Inhalte zu machen, die die richtigen Menschen interessieren.

Welche Signale eine Rolle spielen

Instagram hat beschrieben, welche Arten von Informationen in die Sortierung einfließen. Grob lassen sie sich in vier Gruppen einteilen:

  • Der Beitrag selbst: Wie reagieren Menschen darauf? Wird er geliked, kommentiert, gespeichert, geteilt? Wann wurde er veröffentlicht, und um welches Format geht es?
  • Wer ihn veröffentlicht hat: Wie oft hat die Person, die gerade scrollt, mit deinem Konto zu tun gehabt?
  • Was die Person sonst macht: Welche Art von Inhalten schaut sie sich gern an, mit welchen interagiert sie?
  • Der Verlauf zwischen euch: Kommentiert sie bei dir, schreibt sie dir Nachrichten, schaut sie dein Profil an?

Feed, Reels und Entdecken im Vergleich

Je nach Bereich gewichtet Instagram die Signale unterschiedlich:

  • Feed: Hier sehen Menschen vor allem Beiträge von Konten, denen sie folgen, ergänzt um Empfehlungen. Die Beziehung zwischen euch spielt eine große Rolle.
  • Stories: Sie werden hauptsächlich Followern gezeigt. Wer oft deine Stories ansieht oder darauf antwortet, sieht sie eher weiter vorne.
  • Reels: Hier zeigt Instagram viel von Konten, denen man noch nicht folgt. Ob jemand ein Reel bis zum Ende schaut, es teilt oder liked, ist besonders wichtig.
  • Entdecken: Dieser Bereich zeigt fast nur Inhalte von Konten, denen man nicht folgt, passend zu den bisherigen Interessen.

Was das für deinen Betrieb bedeutet

Aus diesen Signalen lassen sich ein paar klare Schlüsse ziehen:

  • Gespräche zählen: Kommentare und Antworten zeigen, dass ein Beitrag Menschen beschäftigt. Beantworte Kommentare und stell ab und zu eine echte Frage.
  • Nützliches wird gespeichert und geteilt: Ein Pflegetipp vom Gärtner oder die Checkliste vom Steuerberater wird eher gespeichert oder weitergeschickt als ein Logo mit „Wir sind für Sie da“. Instagram hat betont, dass das Teilen per Nachricht ein wichtiges Zeichen ist.
  • Beziehung zählt: Wer regelmäßig mit dir interagiert, sieht deine Beiträge eher. Ein lebendiges Konto mit festem Rhythmus hilft deshalb doppelt.
  • Neue Menschen erreichst du eher über Reels: Wenn du wachsen willst, lohnt es sich, ab und zu kurze Videos zu probieren.

Originalität und Empfehlungsrichtlinien

Instagram hat angekündigt, eigene, originale Inhalte in den Empfehlungen zu bevorzugen. Wer nur fremde Videos und Bilder weiterverbreitet, wird seltener empfohlen. Für Betriebe ist das ein Vorteil: Deine Werkstatt, deine Küche, dein Team gibt es nur bei dir.

Außerdem gibt es Empfehlungsrichtlinien. Inhalte, die dagegen verstoßen, bleiben zwar für deine Follower sichtbar, werden aber Fremden nicht empfohlen. In den Einstellungen unter Kontostatus siehst du, ob es bei deinem Konto Einschränkungen gibt. Das ist der verlässlichste Ort, wenn du dir Sorgen um deine Reichweite machst.

Mythen, die du vergessen kannst

Rund um den Algorithmus halten sich einige Gerüchte hartnäckig:

  • „Business-Konten werden bestraft“: Dafür gibt es keinen Beleg. Business- und Creator-Konten haben dafür den Vorteil der Statistik.
  • „Geplante Beiträge laufen schlechter“: Auch dafür gibt es keinen belastbaren Beleg. Entscheidend ist, wie Menschen auf den Inhalt reagieren.
  • „Mit den richtigen Hashtags geht alles viral“: Hashtags helfen beim Einordnen, mehr nicht. Mehr dazu im Ratgeber Hashtags richtig nutzen.
  • „Es gibt eine geheime Uhrzeit“: Die beste Zeit hängt von deinen Followern ab. Wie du sie findest, steht im Ratgeber zur besten Uhrzeit für Instagram.
  • „Wer einmal wenig Reichweite hat, ist für immer abgestraft“: Reichweite schwankt. Ein schwacher Beitrag bestimmt nicht die Zukunft deines Kontos.

Was du konkret tun kannst

Statt dem Algorithmus hinterherzujagen, konzentrier dich auf das, was du in der Hand hast:

  • Regelmäßig posten, in einem Rhythmus, den du durchhältst. Hilfe dazu im Ratgeber Wie oft auf Instagram posten.
  • Echte Bilder zeigen: Menschen, Arbeit, Ergebnisse aus deinem Betrieb.
  • Den ersten Eindruck verbessern: starkes erstes Bild, neugierig machender erster Satz.
  • Antworten: Kommentare und Nachrichten zügig beantworten.
  • Aus der Statistik lernen: einmal im Monat schauen, welche Beiträge gut liefen, und mehr davon machen. Weitere Tipps im Ratgeber Mehr Aufrufe auf Instagram.

Kurz gefragt.

Ändert sich der Instagram-Algorithmus ständig?

Instagram passt seine Systeme laufend an. Die Grundidee bleibt aber gleich: Menschen sollen sehen, was sie interessiert. Wer gute, eigene Inhalte macht und mit seinen Followern redet, muss nicht jeder Änderung hinterherlaufen.

Gibt es einen Shadowban auf Instagram?

Mit dem Begriff ist meist gemeint, dass Inhalte heimlich versteckt werden. Tatsächlich können Inhalte, die gegen die Empfehlungsrichtlinien verstoßen, Fremden nicht mehr empfohlen werden. Ob das bei dir der Fall ist, siehst du unter Kontostatus in den Einstellungen.

Sieht jeder Follower jeden Beitrag?

Nein. Instagram sortiert den Feed für jede Person einzeln. Wer selten mit dir interagiert, sieht deine Beiträge seltener oder später. Deshalb lohnt es sich, Gespräche anzuregen.

Wie wichtig ist die erste Stunde nach dem Posten?

Frühe Reaktionen können helfen, aber ein Beitrag kann auch noch später Menschen erreichen. Es reicht, wenn du in den ersten Stunden ein Auge auf Kommentare hast und antwortest.

Bringen Reels automatisch mehr Reichweite?

Nicht automatisch. Reels werden häufiger Menschen gezeigt, die dir noch nicht folgen, aber nur, wenn sie diese auch ansprechen. Ein langweiliges Reel bringt nicht mehr als ein gutes Foto. Mehr dazu im Ratgeber Reels für Betriebe.

Und Pipeflow?

Gegen den Algorithmus hilft kein Trick, aber Regelmäßigkeit und echte Inhalte helfen. Pipeflow liest deine Website und plant daraus jede Woche Instagram-Beiträge mit Text, Bild und fester Uhrzeit, bei Bedarf mit deinen eigenen Fotos. Wenn du Beiträge mit Daumen oder Sternen bewertest, merkt sich Pipeflow, was du bevorzugst. Du gibst frei, Pipeflow veröffentlicht. Reels und Stories macht Pipeflow nicht, und auf Kommentare antwortest du selbst.

Probier es mit deiner Website.

Pilotphase: kostenlos testen. Nichts wird veröffentlicht, bevor du es freigibst.