Was Instagram mit Aufrufen meint
Aufrufe zählen, wie oft dein Beitrag, dein Reel oder deine Story auf einem Bildschirm angezeigt wurde. Sieht dieselbe Person deinen Beitrag zweimal, sind das zwei Aufrufe. Die Reichweite zählt dagegen, wie viele verschiedene Konten deinen Inhalt gesehen haben.
Beide Zahlen findest du in der Statistik deines Kontos, sofern du ein Business- oder Creator-Konto hast. Falls nicht, lohnt sich der Wechsel, denn ohne Statistik tappst du im Dunkeln. Wie das geht, steht im Ratgeber zum Instagram-Business-Konto.
Zuerst schauen: woher kommen deine Aufrufe?
Bevor du etwas änderst, schau dir die letzten zehn bis fünfzehn Beiträge in der Statistik an. Zwei Fragen helfen dir weiter:
- Follower oder Nicht-Follower? Instagram zeigt dir, welcher Anteil der Aufrufe von Leuten kommt, die dir schon folgen. Ist der Anteil an Nicht-Followern sehr klein, erreichst du kaum neue Menschen.
- Welche Beiträge laufen besser? Notier dir die drei Beiträge mit den meisten Aufrufen und die drei schwächsten. Oft siehst du schnell ein Muster: Menschen statt Produkte, Vorher und Nachher statt Logo, ein Tipp statt einer Ankündigung.
Die ersten Sekunden entscheiden
Im Feed scrollen Menschen schnell. Ob jemand stehen bleibt, entscheidet sich am ersten Bild und an der ersten Zeile des Textes. Bei Reels sind es die ersten Sekunden.
Ein paar Beispiele, wie das konkret aussieht:
- Tischlerei: statt eines fertigen Küchenfotos ein Bild, auf dem die alte und die neue Küche nebeneinander stehen.
- Café: statt „Neu bei uns“ ein Foto, auf dem gerade der Milchschaum in die Tasse läuft.
- Physiotherapie: als erste Zeile eine Frage, die viele kennen: „Sitzt du auch acht Stunden am Tag und spürst es abends im Nacken?“
- Steuerberatung: ein Satz, der neugierig macht: „Diese eine Rechnung heben viele Betriebe nicht auf.“
Inhalte, die man speichern oder weiterschicken will
Wenn jemand deinen Beitrag speichert oder per Nachricht an eine Freundin schickt, ist das ein starkes Zeichen, dass der Inhalt etwas taugt. Solche Beiträge zeigt Instagram eher weiteren Menschen.
Gespeichert und geteilt werden vor allem Inhalte, die nützlich sind oder ein Gefühl auslösen: ein Pflegetipp für die Holzterrasse, eine Checkliste vor dem Umzug, das Rezept für den Lieblingskuchen aus deiner Bäckerei, ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen. Mehr Anregungen findest du bei den Content-Ideen für kleine Betriebe.
Regelmäßig statt viel
Ein Konto, auf dem jede Woche etwas passiert, wird von seinen Followern eher wahrgenommen als eines, das nach drei Wochen Pause plötzlich fünf Beiträge auf einmal raushaut. Für die meisten kleinen Betriebe ist ein fester Rhythmus mit zwei bis drei Beiträgen pro Woche ein guter Ausgangspunkt. Wie du deinen Rhythmus findest, steht im Ratgeber Wie oft auf Instagram posten.
Auch die Uhrzeit kann eine Rolle spielen. Eine Zauberuhrzeit gibt es aber nicht. Probier eine Zeit ein paar Wochen lang aus und vergleich dann. Wie du dabei vorgehst, erklärt der Artikel zur besten Uhrzeit für Instagram.
Formate bewusst mischen
Jedes Format hat seine Stärke. Fotos und Textkacheln sind schnell gemacht und gut für Tipps und Neuigkeiten. Karussells mit mehreren Bildern eignen sich für Schritt-für-Schritt-Erklärungen und Vorher-Nachher-Serien. Reels werden häufig auch Menschen gezeigt, die dir noch nicht folgen, und sind deshalb ein guter Weg zu neuen Leuten.
Du musst dafür kein Filmprofi werden. Ein kurzes Video vom Arbeitsschritt, mit dem Handy aufgenommen, reicht oft. Ob sich Reels für deinen Betrieb lohnen, liest du im Ratgeber zu Reels für Betriebe.
Mit anderen zusammenarbeiten
Viele Aufrufe kommen nicht über dein eigenes Konto, sondern über andere. Diese Wege kosten nichts:
- Gemeinsame Beiträge: Mit der Funktion für Mitwirkende erscheint ein Beitrag bei dir und bei einem Partner, etwa beim Lieferanten, beim Architekturbüro oder beim Weinbauern, dessen Wein du ausschenkst.
- Markieren: Markiere Partner, Kunden mit deren Einverständnis und deinen Standort.
- Kommentieren: Schreib echte Kommentare bei Betrieben und Vereinen aus deiner Region. Das macht dich sichtbar und wirkt freundlich.
- Antworten: Beantworte Kommentare unter deinen Beiträgen zügig. Gespräche unter einem Beitrag zeigen Instagram, dass er Menschen interessiert. Tipps dazu im Ratgeber Kommentare und Bewertungen beantworten.
Was nicht hilft
Manche Abkürzungen versprechen schnelle Aufrufe und schaden am Ende mehr, als sie bringen:
- Gekaufte Aufrufe oder Follower: Sie interagieren nicht, verfälschen deine Statistik und verstoßen gegen die Regeln von Instagram.
- Hashtag-Wände: Dreißig Hashtags unter jedem Beitrag wirken unruhig. Wenige passende reichen. Mehr dazu im Ratgeber Hashtags richtig nutzen.
- Löschen und neu posten: Ein schwacher Beitrag wird nicht besser, wenn du ihn am nächsten Tag noch einmal veröffentlichst. Lern lieber daraus für den nächsten.
- Nur Werbung: Wer ausschließlich Angebote zeigt, wird schnell überscrollt.
Ein Plan für die nächsten vier Wochen
Statt alles auf einmal zu ändern, nimm dir jede Woche einen Punkt vor:
- Woche 1: Statistik anschauen, die stärksten und schwächsten Beiträge notieren, festen Rhythmus festlegen.
- Woche 2: bei jedem Beitrag bewusst am ersten Bild und an der ersten Zeile arbeiten.
- Woche 3: einen nützlichen Beitrag zum Speichern und einen Blick hinter die Kulissen posten.
- Woche 4: einen gemeinsamen Beitrag mit einem Partner machen, dann die Zahlen mit Woche 1 vergleichen.
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