Warum es keine Uhrzeit für alle gibt
Im Internet kursieren viele Listen mit der angeblich besten Zeit für LinkedIn. Sie widersprechen sich oft, weil sie auf ganz unterschiedlichen Netzwerken beruhen. Eine Hausverwaltung in Wien nutzt LinkedIn zu anderen Zeiten als ein Softwareentwickler in Berlin oder eine Pflegedienstleitung im Schichtdienst.
Entscheidend ist deshalb nicht, was für alle gilt, sondern wann die Menschen in deinem Netzwerk auf LinkedIn sind. Das findest du am besten selbst heraus.
Wie Menschen LinkedIn nutzen
LinkedIn ist ein berufliches Netzwerk. Viele schauen rund um ihren Arbeitstag hinein: morgens vor dem ersten Termin, in der Mittagspause oder am frühen Abend auf dem Heimweg. Am Wochenende nutzen es tendenziell weniger Menschen beruflich, dafür ist dort die Konkurrenz im Feed kleiner.
Daraus ergeben sich vernünftige Startpunkte zum Testen, keine festen Regeln:
- Werktags morgens, etwa zwischen sieben und neun Uhr.
- Um die Mittagszeit, etwa zwischen zwölf und eins.
- Am frühen Abend, wenn dein Publikum eher nach der Arbeit liest.
- Dienstag bis Donnerstag als erste Wahl, Montag und Freitag als Vergleich.
Wen willst du erreichen?
Überleg dir, wer deine Beiträge lesen soll und wie deren Tag aussieht. Ein paar Beispiele:
- Handwerk mit Firmenkunden: Baumeister, Architekten und Hausverwaltungen starten oft früh in den Tag. Ein Beitrag am frühen Morgen kann passen.
- Beratung und Kanzleien: Unternehmerinnen und Geschäftsführer lesen häufig morgens oder in der Mittagspause.
- Gesundheit: Willst du Fachkräfte für deine Praxis gewinnen, sind diese tagsüber mit Patienten beschäftigt. Der frühe Abend kann besser funktionieren.
- Gastronomie und Hotellerie: Für die Mitarbeitersuche sind Zeiten außerhalb der Stoßzeiten im Service einen Versuch wert, etwa am Vormittag.
- Handel: Erreichst du Lieferanten und Partner, passen klassische Bürozeiten. Geht es um Bewerbungen, auch der Abend.
So findest du deine Zeit in vier bis sechs Wochen
Mit einem einfachen Test kommst du schnell zu einer Antwort, die für dich gilt:
- Eine Uhrzeit wählen: Starte mit einem der Startpunkte oben und poste zwei bis drei Wochen immer zur gleichen Zeit.
- Eine zweite Uhrzeit testen: Danach zwei bis drei Wochen zu einer anderen Zeit, mit ähnlichen Beiträgen.
- Notieren: Schreib dir für jeden Beitrag die Impressionen, Reaktionen und Kommentare auf. Diese Zahlen findest du unter jedem Beitrag in der Statistik.
- Vergleichen: Schau auf den Durchschnitt, nicht auf einzelne Ausreißer. Ein Beitrag über einen neuen Lehrling läuft immer anders als einer über Steuerfristen.
- Entscheiden: Bleib bei der Zeit, die besser abschneidet, und teste später wieder einmal.
Wichtiger als die Uhrzeit
Die Uhrzeit ist eine Stellschraube, aber nicht die größte. Auf LinkedIn werden Beiträge oft noch Stunden oder Tage nach dem Veröffentlichen gesehen, wenn sie Gespräche auslösen. Ein starker Beitrag zur mittelmäßigen Zeit schlägt meist einen schwachen zur perfekten Zeit.
Mehr bringen oft diese Punkte: ein erster Satz, der neugierig macht, ein Thema, das dein Netzwerk wirklich betrifft, und deine Antworten auf Kommentare. Was sonst noch hilft, steht im Ratgeber LinkedIn-Reichweite steigern.
Sei da, wenn der Beitrag erscheint
Die beste Zeit zum Posten ist auch eine, zu der du selbst kurz Zeit hast. Wenn in der ersten Stunde jemand kommentiert und du antwortest, entsteht ein Gespräch. Postest du um acht, stehst aber bis Mittag beim Kunden, verpasst du diesen Moment.
Wähl deshalb eine Uhrzeit, die zu deinem Alltag passt. Plane Beiträge vor und stell sie so ein, dass du danach ein paar Minuten für Antworten hast. Wie das Planen geht, steht im Ratgeber LinkedIn-Beiträge planen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Installateurbetrieb aus dem Innviertel postet einmal pro Woche auf dem Profil des Chefs. Drei Wochen lang erscheinen die Beiträge am Dienstag um halb acht, danach drei Wochen am Mittwoch um zwölf. Beide Male geht es um ähnliche Themen: ein fertiges Bad, ein Tipp zur Heizung, ein Lehrling bei der Arbeit.
Beim Vergleich zeigt sich, dass die Beiträge am Morgen etwas mehr Kommentare von Hausverwaltungen und Baumeistern bekommen. Der Chef bleibt deshalb beim Dienstagmorgen und plant seine Beiträge so, dass er vor dem ersten Termin noch fünf Minuten für Antworten hat. Bei einem anderen Betrieb kann das Ergebnis genau umgekehrt ausfallen. Genau deshalb lohnt sich der eigene Test.
Unterschied zu Instagram
Auf Instagram sind viele Menschen eher in der Freizeit unterwegs, abends und am Wochenende. Auf LinkedIn spielt der Arbeitstag eine größere Rolle. Wenn du beide Kanäle nutzt, ist es deshalb normal, dass die besten Zeiten unterschiedlich sind. Wie du für Instagram vorgehst, erklärt der Ratgeber zur besten Uhrzeit für Instagram.
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