Pipeflow

Social Media Strategie für kleine Unternehmen, auf einer Seite.

Keine dicke Mappe, sondern sieben Fragen, die du an einem Nachmittag beantworten kannst. Mit einem fertigen Beispiel aus dem Handwerk.

Von Paul Hölzl und Ben Braunsperger, Gründer von Pipeflow · Zuletzt aktualisiert:

Warum eine Seite reicht

Bei Strategie denken viele an Konzepte mit fünfzig Folien. Die brauchst du als kleiner Betrieb nicht. Eine Strategie ist nichts anderes als ein paar Entscheidungen, die du einmal triffst, damit du nicht jede Woche neu überlegen musst: Wozu machst du Social Media, für wen, wo, mit welchen Themen, wie oft und wer kümmert sich darum?

Wenn diese Antworten auf eine Seite passen, ist das kein Mangel, sondern ein Vorteil. Eine Seite liest du wirklich, du kannst sie neben den Bildschirm hängen und deinem Team zeigen. Die folgenden sieben Schritte führen dich hindurch.

Schritt 1: Ein Hauptziel festlegen

Social Media kann viel, aber nicht alles auf einmal. Entscheide dich für ein Hauptziel, das zu deinem Betrieb gerade am besten passt:

  • Mehr Anfragen: die Tischlerei will mehr Küchenaufträge in der Region.
  • Mitarbeiter finden: der Installateur sucht seit Monaten einen Lehrling.
  • Stammkundschaft halten: das Café will, dass Gäste öfter wiederkommen und neue Kuchen sehen.
  • Bekannt werden: die neue Physiotherapiepraxis will, dass man sie im Ort kennt.
  • Vertrauen aufbauen: die Steuerberaterin will zeigen, dass sie sich bei Gründungen auskennt.

Schritt 2: Die Zielgruppe beschreiben

Schreib in zwei Sätzen auf, wen du erreichen willst. Je konkreter, desto leichter fallen dir später Themen ein. Statt „alle“ lieber: „Familien mit Haus im Bezirk Perg, die in den nächsten Jahren ihr Bad erneuern wollen.“ Oder: „Gründerinnen und Gründer in Linz, die ihr erstes Jahr als Selbstständige vor sich haben.“

Frag dich dann: Was beschäftigt diese Menschen? Welche Fragen stellen sie dir im Gespräch? Wo sind sie eher, auf Instagram oder auf LinkedIn? Die Antworten sind schon der halbe Themenplan.

Schritt 3: Höchstens zwei Kanäle wählen

Lieber einen Kanal gut als vier halb. Für die meisten kleinen Betriebe reichen ein oder zwei. Als grobe Orientierung:

  • Instagram: stark, wenn deine Arbeit gut aussieht und du Privatkundschaft erreichen willst. Typisch für Gastro, Beauty, Handel und viele Handwerksbetriebe.
  • LinkedIn: stark, wenn du Geschäftskunden, Partner oder Fachkräfte erreichen willst. Typisch für Beratung, Kanzleien und Betriebe, die für Firmen arbeiten. Den Einstieg erklärt der Ratgeber LinkedIn für kleine Unternehmen starten.
  • Beides: sinnvoll, wenn du zwei Zielgruppen hast, etwa Privatkunden auf Instagram und künftige Mitarbeiter auf LinkedIn. Wie du ein Thema für beide aufbereitest, steht im Ratgeber Ein Thema, zwei Kanäle.

Schritt 4: Drei oder vier Themensäulen

Themensäulen sind die großen Bereiche, aus denen deine Beiträge kommen. Drei oder vier reichen. Für viele Betriebe passen diese:

  • Arbeit zeigen: Ergebnisse, Projekte, Gerichte, Vorher und nachher.
  • Wissen teilen: Tipps, Antworten auf Kundenfragen, kleine Erklärungen.
  • Menschen zeigen: Team, Lehrlinge, Alltag hinter den Kulissen.
  • Anlässe und Region: Saison, Feiertage, Veranstaltungen im Ort, Neuigkeiten. Viele weitere Ideen stehen im Ratgeber Content-Ideen für kleine Betriebe.

Schritt 5: Rhythmus und Zeit festlegen

Leg fest, wie oft du postest, und zwar so, dass du es auch in einer vollen Woche schaffst. Ein guter Startpunkt sind zwei bis drei Beiträge pro Woche auf Instagram und ein bis zwei auf LinkedIn. Details stehen in den Ratgebern Wie oft auf Instagram posten und Wie oft auf LinkedIn posten.

Plane auch die Zeit dafür ein, am besten als festen Termin im Kalender. Wie viel Zeit du realistisch brauchst, steht im Ratgeber Social Media Zeitaufwand für kleine Betriebe.

Schritt 6: Zuständigkeiten klären

Viele Strategien scheitern nicht an den Ideen, sondern daran, dass sich niemand zuständig fühlt. Schreib deshalb auf, wer was macht: Wer fotografiert, wer schreibt, wer gibt frei, wer beantwortet Kommentare und Nachrichten? Und wer übernimmt, wenn diese Person auf Urlaub ist?

In einem Ein-Personen-Betrieb bist das natürlich du. Dann hilft es, Aufgaben zu bündeln, etwa alle Fotos einer Woche an einem Tag zu machen. Ob sich eine Agentur lohnt, klärt der Ratgeber Agentur oder selbst machen.

Schritt 7: Woran du merkst, dass es wirkt

Miss das, was zu deinem Ziel aus Schritt 1 passt, nicht nur die Zahl der Follower. Nimm dir einmal im Monat eine Viertelstunde und schau auf diese Punkte:

  • Anfragen: Sagen Kundinnen und Kunden, dass sie dich auf Instagram oder LinkedIn gesehen haben? Frag ruhig nach.
  • Bewerbungen: Kommen Bewerbungen, die sich auf Beiträge beziehen?
  • Reaktionen: Welche Beiträge wurden gespeichert, geteilt oder kommentiert? Davon machst du mehr.
  • Profilaufrufe und Klicks: Besuchen Leute dein Profil und klicken auf den Link?

Beispiel: die Strategie einer Tischlerei auf einer Seite

So könnte die fertige Seite für eine Tischlerei mit sechs Leuten im Mühlviertel aussehen:

  • Ziel: mehr Anfragen für Küchen und Einbaumöbel aus der Region.
  • Zielgruppe: Familien und Paare, die bauen oder renovieren, im Umkreis von einer Stunde Fahrzeit.
  • Kanäle: Instagram für Kundschaft, LinkedIn auf dem Profil des Chefs für Architekten und künftige Mitarbeiter.
  • Themen: fertige Projekte, Einblicke in die Werkstatt, Holz und Pflege, das Team.
  • Rhythmus: Instagram drei Mal pro Woche, LinkedIn einmal pro Woche.
  • Zuständig: die Tochter des Chefs fotografiert und schreibt, der Chef gibt frei und beantwortet Fragen zu Aufträgen.
  • Messen: einmal im Monat Anfragen zählen und fragen, woher die Leute kommen.

Die Strategie im Alltag umsetzen

Aus der Strategie wird im nächsten Schritt ein Redaktionsplan: eine Liste, welcher Beitrag an welchem Tag erscheint. Wie du ihn anlegst, steht im Ratgeber Redaktionsplan für Social Media. Schau dir die Strategie alle paar Monate wieder an. Wenn sich dein Ziel ändert, etwa weil die Auftragsbücher voll sind und du jetzt Personal suchst, passt du die Seite an.

Kurz gefragt.

Braucht ein kleiner Betrieb wirklich eine Social Media Strategie?

Eine aufwendige nicht, eine einfache schon. Ohne ein paar klare Entscheidungen postest du nach Lust und Laune und weißt nie, ob es etwas bringt. Eine Seite mit den sieben Antworten reicht.

Wie lange dauert es, eine Strategie zu erstellen?

Für die erste Fassung reicht oft ein ruhiger Nachmittag. Wichtiger als Perfektion ist, dass du anfängst und die Seite nach ein paar Monaten mit deinen Erfahrungen überarbeitest.

Muss ich auf allen Plattformen vertreten sein?

Nein. Ein oder zwei Kanäle, die du regelmäßig pflegst, bringen mehr als viele verwaiste Profile. Wähle die Plattform, auf der deine Zielgruppe wirklich unterwegs ist.

Was ist der Unterschied zwischen Strategie und Redaktionsplan?

Die Strategie sagt, warum, für wen und worüber du postest. Der Redaktionsplan sagt, welcher Beitrag wann erscheint. Erst die Strategie, dann der Plan.

Und Pipeflow?

Die Strategie legst du selbst fest, denn nur du weißt, was dein Betrieb erreichen will. Bei der Umsetzung hilft Pipeflow: Es liest deine Website und plant jede Woche Beiträge für Instagram und LinkedIn mit Text, Bild und fester Uhrzeit, im Rhythmus, den du wählst. Du gibst frei, Pipeflow veröffentlicht. Mit Daumen, Sternen und einem kurzen Grund sagst du Pipeflow, welche Themen zu deinen Säulen passen. Facebook, X und YouTube kommen bald.

Probier es mit deiner Website.

Pilotphase: kostenlos testen. Nichts wird veröffentlicht, bevor du es freigibst.